MGEintracht Hainstadt 1888 e. V.

Chronik



der Musikgesellschaft Eintracht Hainstadt gegründet 1888

Im Jahre 1888 wurde die Musikgesellschaft Eintracht gegründet, um die Kultur der Musik zu hegen und zu pflegen.
Gründer waren die Herren Georg Dutine, Michael Kins, Karl Keller und Hyronimus Thoma.

Als Vorsitzender wurde Georg Dutine gewählt, der dieses Amt bis zum Jahre 1922 ausfüllte und die Kapelle bis 1912 auch leitete. Im Dezember 1912 wurde die Leitung der Kapelle dem Berufsdirigenten Herrn (R.) Meißner aus Hanau übertragen.

In diesen Jahren wurde in der Eintracht auch ein großes Streichorchester geführt, das auf einem hohen musikalischen Niveau stand. Herr Meißner dirigierte die Kapelle bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914. Da er und viele Musiker sowie die meisten Mitglieder zum Militär einrücken mussten, ruhte während des Krieges die musikalische Arbeit, der Verein wurde jedoch weitergeführt. In der Kriegszeit sind sowohl der Dirigent Herr Meißner als auch neun unserer Musiker an der Front gefallen.

Das Musizieren der Kapelle wurde durch die Nachkriegswirren erst im Jahre 1919 wieder aufgenommen. Die Leitung wurde dem Dirigenten Herrn Link aus Frankfurt übertragen. Schon im April 1923 musste er jedoch aus gesundheitlichen Gründen die Leitung der Kapelle aufgeben. Von dieser Zeit an übernahm Peter Malsy aus Offenbach bis zum Jahre 1939 den Dirigentenstab. In den vorangegangenen Jahren war die Eintracht auch Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt.

Während des Zweiten Weltkrieges 1939-1945 mussten Herr Malsy und eine ganze Reihe weiterer Musiker und Mitglieder zum Militär. Somit musste die Kapelle sich wiederum auflösen. Aber es kam noch schlimmer, denn fast das gesamte Vereinseigentum wurde beschlagnahmt und die noch verbliebenen, älteren Musiker zum Kriegsdienst verpflichtet. Auch im Zweiten Weltkrieg sind sechs Mitglieder gefallen.

Im Jahre 1945 wurde die Vereinsarbeit im Vereinslokal Gasthaus “Zum Hirsch” erneut aufgenommen. Da Herr Malsy gesundheitlich nicht mehr in der Lage war, die Kapelle zu dirigieren, übernahm der damalige Vorsitzende Georg Kins den Dirigentenstab, denn der Verein war völlig mittellos, ohne Noten und ohne Instrumente. Um eine Mitgliederversammlung abhalten zu können, war eine Genehmigung der amerikanischen Militärregierung nötig. Hierzu war eine Vereinssatzung in englischer Sprache erforderlich, die über den Landrat eingereicht werden musste. Erst im Jahre 1946 wurde die Eintracht wieder als Verein zugelassen.

Georg Kins leitete die Kapelle bis zum Jahre 1953 und gab dann aus gesundheitlichen- und Altersgründen den Dirigentenstab ab. Mittlerweile wurde auch das Vereinslokal 1949 in das Gasthaus “Zum Löwen” verlegt, das dem Mitglied Peter Jung gehörte. Am 1. Januar 1954 wurde die Leitung der Kapelle Herrn Lausmann aus Dettingen übertragen, der im Mai 1956 plötzlich im noch jungen Lebensalter verstarb.

Somit hatte die Eintracht wieder keinen musikalischen Leiter. Erneut nahm der Ehrendirigent Peter Malsy den Dirigentenstab in die Hand bis er nach kurzer Krankheit im August 1958 verstarb. Ab 1. November 1958 übernahm der junge Musiker Heinrich Heng aus Mainflingen die Leitung der Eintracht-Kapelle, die sich in dieser Zeit enorm mit jungen Musikern verstärkte. Herr Heng dirigierte bis zum 15. September 1961, danach wurde er beruflich versetzt.

Unter dem besonderen Einsatz des Vorsitzenden Hermann Josef Schmidt, und des Feuerwehrkommandanten, Johann Rackensberger, wurde die Eintracht in der Zwischenzeit wieder Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr.

In den achtziger Jahren konnte die Eintracht jedoch nach dem Gesetz für Brandschutz keine Feuerwehrkapelle mehr bleiben.

Dem damaligen Vorstand und ganz besonders Michael Dutine war es zu verdanken, dass schon zum 1. Oktober 1961 der Obermusikmeister Heinrich Rock aus Steinheim die musikalische Leitung des Vereins übernahm. Auch hatte durch den Umbau der Gaststätte “Zum Löwen” zum Hotel das Vereinslokal gewechselt und der Verein wurde von der Familie Rücker im “Hessischen Hof” aufgenommen. Hier war das Probelokal bis 1977, danach fand die Eintracht im neu erbauten Feuerwehrgerätehaus eine Bleibe.

Unter der Regie von Heinrich Rock und in mühevoller Arbeit des Vorstands sowie der Musiker wurde die Jugendkapelle der Musikgesellschaft Eintracht ins Leben gerufen, die sich jahrelang im In- und Ausland mit ihren schönen Melodien in die Herzen der Menschen spielte. Heinrich Rock wurde zu seinem 70. Geburtstag zum Ehrendirigenten ernannt und leitete die Kapelle bis zu seinem 72. Lebensjahr, im März 1979. Bereits im April 1979 wurde Hans Jordan aus Maintal, der während des Zweiten Weltkrieges unter dem Dirigentenstab von Heinrich Rock musizierte, als neuer Dirigent verpflichtet.

An Christi Himmelfahrt 1981 feierte die Eintracht zum ersten Mal das Bohnensackfest. Bei dieser mittlerweile zur Tradition gewordenen Veranstaltung bewirtet der Verein zahlreiche Gäste bei Bohnensuppe, Wurst und Getränken. In jedem Jahr spielt ein befreundeter Verein zur Unterhaltung auf.

Nachdem die Musikerinnen und Musiker aus der Jugendkapelle sich in das Stammorchester eingefügt hatten, wurde 1983 wieder begonnen, ein Schülerorchester zu gründen. Die Ausbildung übernahmen gemeinsam Musiker der Eintracht mit Günther Koltermann aus Steinheim, der auch im August 1983 die Direktion des Schülerorchesters übernahm. Herr Koltermann leitete das Schülerorchester bis Februar 1987, dann übergab er die Leitung Martin Winter aus Klein-Welzheim.

Im Jahre 1988 hatte die Eintracht ein großes Jubiläumsfest, ihren 100. Geburtstag, zu feiern. Auf dem Festplatz wurde an 4 Tagen bei buntem Programm und herrlichem Wetter ordentlich gefeiert. Zahlreiche befreundete Vereine gaben sich ein Stelldichein. Zum Abschluss wurde der „Große Zapfenstreich“ unter der Mitwirkung des Schützenvereins Sprötze und der Freiwilligen Feuerwehr Hainstadt dargeboten. Anlässlich des Jubiläums bekam die Eintracht vom Bundespräsidenten Richard v. Weizsäcker die „Pro Musica“-Plakette verliehen.

Im Rahmen des Herbstkonzertes im Jahre 1991 wurde Herr Jordan zum Ehrendirigenten ernannt und vom Orchester würdevoll verabschiedet. Ab Januar 1992 übernahm Klaus Schafferhans die Direktion des Orchesters bis Juni 1996. Er wurde von Piotr Konczewski abgelöst. Unter der neuen Leitung blühte das Orchester wieder auf. Nach langer Zeit wurde ein Wertungsspiel besucht, das mit Erfolg abgeschlossen wurde. Piotr Konczewski ermutigte die Aktiven und formte den Klangkörper zum heutigen Stand. Erfolgreiche solistische Auftritte einzelner Musiker in den Konzerten zeugen von der Selbstsicherheit, die der Dirigent vermittelt.

In den folgenden Jahren wuchs das Schülerorchester, das nun fortan als Jugendorchester geführt wurde, auf 35 Jungen und Mädchen an. Diese Truppe verstärkte sich in jedem Jahr neu. Viele der ehemaligen Jugendlichen wurden im Stammorchester integriert. Der Dirigent der Jugend, Martin Winter konnte die aktiven Jugendlichen immer wieder aufs Neue begeistern.

Am Herbstkonzert 2006 wurde Martin Winter nach 20 jähriger Tätigkeit verabschiedet. Er übernimmt das Jugendorchester in seinem Heimatverein. Tobias Krebser, ein Dirigent aus den eigenen Reihen, ist sein Nachfolger und leitet das Jugendorchester bis heute.

Unter der Leitung von Iris Merget wurde 2002 das Vororchester gegründet, um den Musikanfängern den Einstieg ins Orchesterspiel zu ermöglichen. Auf leichtem Niveau werden hier elementare Grundkenntnisse vermittelt und das Zusammenspiel gefördert. Nach erfolgreich bestandener Prüfung des bronzenen Musikabzeichens sind die Jungmusiker qualifiziert im Jugendorchester einzusteigen.

Der Beginn der musikalischen Früherziehung, die seit 2011 in unserem Verein durch Beatrix Bischoff angeboten wird, war noch ein wichtiger Punkt, der abgedeckt werden musste, um schon die Kleinsten, mit 1 ½ Jahren spielerisch an die Musik heranzuführen. Inzwischen haben sich die Kurse in unserem Hause etabliert und erfreuen sich großer Nachfrage. Wir hoffen, dass dadurch viele Kinder am Musizieren gefallen finden, so dass wir Sie irgendwann auch mit einem Instrument im Vororchester wiederfinden.

Ein großer Meilenstein in der Vereinsgeschichte fand im März 2006 statt. Mit dem Bau des eigenen Vereinsheims in der Kanalstraße in Hainburg begann eine neue Ära. Im Laufe der folgenden Jahre wurde der Bau hauptsächlich in Eigenhilfe erstellt.

Nach dem Rücktritt von Jürgen Rollmann im März 2007 leitete Roger Daus zunächst kommissarisch die Geschicke des Vereins. In der Jahreshauptversammlung 2008 wurde er offiziell zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Neben den musikalischen Aktivitäten wurde der Bau des Vereinsheimes weiter vorangetrieben. Bis zur offiziellen Einweihung am 14. Mai 2011 wurden über 14.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit seitens unserer Mitglieder geleistet. Die verbleibenden Arbeiten, die noch zu erledigen sind werden im laufe der Zeit auch noch zum Abschluss gebracht. Das Vereinsheim ist mittlerweile ein Dreh- und Angelpunkt im kulturellen Leben Hainburgs. Zahlreiche Konzerte und Feierlichkeiten zeigen uns, dass die Musikgesellschaft Eintracht den richtigen Schritt getan hat und nicht nur für sich selbst ein funktionelles Heim geschaffen hat.



Werfen wir noch einen Blick auf die Vorsitzenden der Eintracht.
Es waren folgende Herren:

Georg Dutine, Franz Josef Schmidt III, Matthäus Friedmann, Johann Dutine, Michael Wilhelmi,

Georg Kins, Hermann Josef Schmidt, Karl Winter, Richard Horn, Hubert Kemmerer,

Joachim Horch, Alban Lehmann, Thomas Blobner, Jürgen Rollmann, Roger Daus